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Die meisten Männer die zu mir kommen, beschreiben das Problem ähnlich. Der Körper macht nicht mit. Sie beobachten sich selbst, während es passiert. Und je mehr sie versuchen, die Situation zu kontrollieren, desto mehr gerät alles außer Kontrolle.

Was sie beschreiben, ist das Gegenteil von Flow.

Was Flow bedeutet

Der Begriff Flow kommt aus der Psychologie. Der Forscher Mihaly Csikszentmihalyi beschrieb damit einen Zustand vollständiger Absorption in eine Tätigkeit. Man ist präsent. Die Selbstbeobachtung fällt weg. Handeln und Erleben verschmelzen. Sportler kennen das als Zone. Musiker als den Moment, in dem die Musik von selbst fließt.

Sexuelles Erleben funktioniert nach derselben Logik.

Wie sich sexueller Flow anfühlt

Stell dir vor, du liegst abends im Bett und kannst nicht einschlafen. Du willst schlafen. Du weißt, dass du schlafen solltest. Aber je mehr du es versuchst, desto wacher wirst du. Der Schlaf lässt sich nicht erzwingen, er entsteht, wenn du aufhörst, ihn herbeiführen zu wollen.

Sexueller Flow funktioniert genauso.

Männer die ihn kennen, beschreiben es so: Der innere Kommentator verstummt. Sie denken nicht mehr darüber nach was als nächstes kommt, ob sie gut genug sind oder wie sie wirken. Der Körper übernimmt. Erregung entsteht von selbst, nicht weil sie sie erzwungen haben, sondern weil sie aufgehört haben, gegen sie zu arbeiten.

Das Zeitgefühl verändert sich. Der Moment dehnt sich. Wahrnehmung wird schärfer, nicht flüchtiger. Die Sinne sind geschärft. Handeln und Wahrnehmen verschmelzen, was passiert und was man erlebt, werden eins. Der Körper ist nicht Mittel zum Zweck, sondern der Ort des Erlebens selbst.

Das ist kein Ausnahmezustand. Es ist das, wie Sexualität funktioniert, wenn sie sich selbst überlassen bleibt.

Was diesen Zustand VERHINDERT

Das Problem ist nicht der Körper. Das Problem ist meistens das, was der Kopf dazwischenfunkt.

Leistungserwartungen. Vergleiche. Die Frage "bin ich normal?". Die Erinnerung an das letzte Mal, als es nicht geklappt hat. Das alles aktiviert genau das System, das sexuelle Erregung hemmt, den Stresskörper, die Selbstbeobachtung, das sympathische Nervensystem.

Erregung braucht das Gegenteil: Sicherheit. Präsenz. Einen Körper der sich öffnen darf statt sich zu kontrollieren.

Das klingt einfach. Es ist es nicht, wenn man jahrelang andere Muster trainiert hat.

Sexualität als lernbares System

Hier liegt der entscheidende Punkt: Sexuelles Erleben ist kein fixer Zustand. Es ist das Ergebnis von dem, was dein System bisher gelernt hat und was gelernt wurde, kann neu gelernt werden.

Das bedeutet konkret: Manche Männer merken, dass ihre Erregung sehr eng gebunden ist, an einen bestimmten Typ Stimulation, an Pornografie, an sehr spezifische Fantasien. Andere merken, dass sie sich beim Sex nie wirklich erlauben präsent zu sein. Wieder andere kämpfen gegen einen inneren Kommentator, der nicht verstummt.

All das sind keine Charakterfehler. Es sind Muster. Muster die sich eingespielt haben und die sich verändern lassen. Es geht nicht darum, härter zu arbeiten oder mehr zu wollen. Es geht darum, die Bedingungen zu verstehen unter denen dein Erregungssystem sich öffnet statt sich zu verschließen.

Sexual Flow ist kein Zufallsprodukt. Er ist ein Zustand, den du kultivieren kannst.

Der erste Schritt

Wenn du verstehen willst, wie dein eigenes Erregungssystem funktioniert, ist das der sinnvolle Ausgangspunkt, bevor wir über Veränderung reden.

Das Quiz "Welcher Erregungstyp bist du?" gibt dir in wenigen Minuten ein erstes Bild davon, wie du erregst, was dich in den Flow bringt und was ihn blockiert.